Das Glück wohnt an der Grenze

Mit jedem Tag mehr wird die Zeit zur Illusion und ich bewege mich fernab dessen was Menschen als wichtig erachten.
Ich erinnere mich manchmal an Dinge, von denen ich nicht einmal wer weiß ob sie passiert sind. Dann fange ich an zu  träumen und finde mich in etwas zurecht, das der Ursprung für wunderbare Existenzen ist. Spüren dass ich bin, und all die Dinge tun, von denen Menschen behaupten es geht nicht. Alles was aus mir  fließt wichtig nehmen, aber auch nicht zu ernst. Alles wieder verlieren und dennoch unendlich viel finden. Spüren, dass Geduld haben mit sich lieben verbandelt ist, mit jedem Moment geduldiger werden.
Ziele formulieren die nahezu unmöglich sind und dabei in Grenzbereichen unerschöpfliche Möglichkeiten entdecken. Denken und glauben, es wird – und plötzlich ist alles da. Immer noch einen Schritt weiter und weiter denken. Jeden Tag gewinnen und alles loslassen. Begreifen dass ich nicht auf alle Fragen eine Antwort brauche – warum auch? Das Leben ist jeden Tag unfertig und aus meinem Kopf purzeln neue Dinge. Wenn das Resultat noch nicht gut genug ist, war ich nicht mit der ganzen Intensität am Thema. Ganz sanft werde ich die Tür zur Außenwelt wieder schließen, weiterreisen und wieder bei mir sein.
Gedanken von meiner Entdeckungseise zu mir
Ihre Sylvia Voegele-Kopp

Auf Zehenspitzen

Ganz sanft und leise schleicht sich auf Zehenspitzen Neues in mein Leben. Fernab der Erfolge, bereise ich lautlos meinen innersten unerschöpflichen Kern – meine Kraftquellen.
Der Vorhang geht auf und zu, immer und immer wieder. Mit jedem Mal verändert sich die Empfindung, die Wahrnehmung. Alles Gehabte ist zur Seite geräumt. Steht ohne Wertung.
Neue Inszenierungen sind geschrieben, werden von den in mir wohnenden Schichten besehen, manchmal mit Fragezeichen versehen. Leidenschaftlich, provokant, manches falsch – aber nie gleichgültig, immer liebend. Im inneren Dunkel zünde ich meine Beleuchtung, mein Feuerwerk an und bringe meine Wirklichkeit in Existenz.
Lachen, Freude, Dankbarkeit ist immer der Beginn der Empfindung, des Denkens, des Handelns.
Ich gestatte mir mich zu irren. Manchmal ist der Irrtum bedeutender als die Wahrheit.
Je mehr ich mich bewege, desto mehr spüre ich wie ich gefesselt war in meinen Mustern. Dabei war ich doch frei? Dachte ich und suchte immer weiter.
Wertvolles wächst aus der Liebe – zu jedem Moment des Seins. Die Vergangenheit ist schön, ich lasse sie stehen und gehe tief atmend weiter.
Ich bin und das ist mehr als genug.
Aus meinem Dezember-Reisebuch
Ihre Sylvia Voegele-Kopp

Nachtlicht

Schweigen und zuhören wie Menschen Worte in die Welt tragen und nichts sagen, war gestern. Schweigsamer werden und ankommen in der Papierwelt, ist heute. Die Tiefe an die Oberfläche holen, fühlen, ergreifen. Ankommen in der Kunst, abholen was wartet. Unscheinbares beginnt im Reich der Erinnerung zu wachsen, die Deutung endet in Magie. Loslassen. Schicht für Schicht durchwandern. Hinter der schwarzen Kleidung treten bunte Blätter, Glitzersteine, Blattgold, verglühtes Glück, Sehnsucht, Widersprüche, Worte durchs Nachtlicht – heraus aus tiefster Dunkelheit. Alles atmet, die Geschichte, die Erinnerung – das Herz schlägt wild um sich. Nachdenken wird zum vordenken.
Macht von außen kann angreifen, verletzen, verbrennen. Es gibt ein innerstes, das unangreifbar, unverletzlich ist. Diesem Kern begegnen, dem Licht der Seele, der Weisheit, der Phantasie. All das Unbeantwortete des Verstandes das sich in Schattenwelten bewegt  wird lebendig, darf reisen, mit mir und meiner Zeit.
Bilder strömen – Worte pulsieren – Geschichte mit Zukunft – ich lebe das Leben – das Leben lebt mich.

Aus meinem Gedankenreisebuch und meiner Papierwelt

Ihre Sylvia Voegele-Kopp

 

Spielzeit

Die Tage fliegen durch die Lande und ich bin voller Dankbarkeit für jeden lebendigen und spielerischen Moment.
Eine Zeitreise zurück hat mir gezeigt und bewusst gemacht, dass ich immer eine große Leidenschaft hatte und habe: Das Spiel. Vieles wusste ich, aber das Bewusstsein hat sich erst jetzt in seiner komplexen und vielschichtigen Art erschlossen.
Unser ganzes Leben ist ein Spiel, das wissen wir alle. Recht haben wollen ist ein Spiel. Gewinnen wollen ist ein Spiel. Stärker sein wollen ist ein Spiel. Eines reiht sich ans andere, ohne dass sich die meisten Menschen dessen bewusst sind. Wenn Sie ohne Zwang spielen, aus der Freude heraus ist das ein guter Anfang. Stellen Sie sich einmal ein paar Fragen, weshalb Sie spielen: Wollen Sie gewinnen um des gewinnen willens? Wollen Sie Macht ausüben? Wollen Sie bespielt sein? Sind es Spiele aus Lust? Sind es Spiele voller Hingabe und Verrücktheit?
Spielen Sie und bleiben Sie das eigene „ICH“ – klar, frei, beflügelt, achtsam – immer darauf fokussiert aus zusteigen, wenn es nicht mehr Ihr Spiel ist.
Wenn Sie nichts mehr besitzen wollen, sondern aus purer Lust und Freude das Spiel des Lebens bedienen, ist das der Beginn von etwas Großartigem. Nehmen Sie die Einladung des Lebens an – spielen Sie mit formulierten Regeln und erfahren Sie sich und andere. Laden Sie Ihr Gegenüber ein zum Spiel und spielen Sie mal mit offenen Karten. Es wird Ihre Wirklichkeit verändern, Ihre Persönlichkeit und Ihre Wahrheit. Bester unter den besten sein wollen heißt das Spiel zu beherrschen – mit charmanter Freude. Wünsche Ihnen leidenschaftliche Begegnungen. Und für mich persönlich das Wichtigste – vergessen Sie nie die Liebe im Spiel Ihres Lebens, sie gibt Ihnen alle Möglichkeiten…..

Ihre Sylvia Voegele-Kopp

Kleiderbündel

Es haftet der Duft des Menschen an ihnen.

Sehr lange Zeit.

Wenn die Stimme eines Verstorbenen verschwunden ist,

die Gesichter noch lebendig sind

erinnern die Kleidungsstücke.

Manche Stücke wohnen Jahrzehnte in den Schränken.

Andere werden auf den Weg gegeben.

Sie werden gewaschen.

Sie werden vielleicht weiter getragen,

bekommen einen neuen Duft.

Neue Träger.

Dennoch ist die Geschichte an ihnen,

bis die Wolle, der Stoff sich auflösen.

Im Kreislauf der Nachhaltigkeit

wieder zu neuen Kleidern werden.

Neue Träger finden.

Ein neuer Duft haftet an.

Kleidende Duftstücke

oder

Gerüche der Vergangenheit

Kleiderschränke erzählen Geschichten.

Gedanken zu einer meiner Installationen 

Bilder Töne Worte

Ihre Sylvia Voegele-Kopp

Schattengewächse

Zeit überlagert Zeit
mit Geschichte
Interpretationen und Wahrnehmungen

Zeitgeschichten überlagern die Zeit
mit Geschichten
Konturen

Neue Interpretationen verändern

Gespenster
geben den Dämonen
der Nacht die Hand
Verstrickungen
ergeben wiederum Wahrheiten

aus Nebelschwaden
drängen
Sichtweisen ans Licht

Schattengewächse

Überlagerte Papierschichten
mit Kürzeln und Zeichen
die Holzscheite als Zeichen der Zeit
des Wachstums

Installation entstanden im November 2012

für die Ausstellung Bilder – Töne – Worte

Aus tiefen Seelenschichten für Sie

Ihre Sylvia Voegele-Kopp

 

 

Bilder Töne Worte

Meine Bilder erzählen alles über mich. Ich gewähre dem Betrachter Einblicke in mein Innerstes. In alles was ich bin, fühle, lebe.

Diese Papiere mit all ihren Strichen und Kürzeln zu zeigen, ist als gehe ich völlig entblößt über die Straße. Jede Narbe auf der Haut kann erkannt werden, jede Unebenheit, jeder noch so feine Riss in meinem Leben. Meine Sehnsucht, meine unendliche Liebe und meine grenzenlose Traurigkeit gehen wie ein roter Faden hindurch und liegen dem Bildbetrachter offen.
Immer wenn meine Papierwelten in Rahmen gezwängt mein Atelier verlassen, bekomme ich Atemnot. Panik überströmt mich und ich weiß, ich werde es aushalten müssen. Augen zu und durch. Wachstumsphasen.

Empfindungen von Ihrer Sylvia Voegele-Kopp

 

Novembertag

Auf Augenhöhe sein, heißt mit dem Herzen denken. Durch den Nebeldunst des Novembertages ins Licht fallen. Sich langsam an Lebenssituationen herantasten, wieder loslassen. Nichts fordern, alles geben. Die Liebe als zarte Begleiterin macht Mut, gibt das Schritttempo an. Sie findet behutsame Worte und trägt die Musik der Dankbarkeit durch den Raum.

Angekommen in der neuen Woche schicke ich die Sonne in Ihr Herz.
Ihre Sylvia Voegele-Kopp

Visionen aus dem Nichts

Ist Kunst eine Vision für den Alltag oder der Alltag visionäre Kunst? Die Lebendigkeit der Woche reiht sich aneinander und die Fragestellung in meinem Innersten er-lebt eine neue Dimension. Warum geben sich Menschen so viele limitierende Regeln? Warum sprechen so viele von Wahrheit und kennen die Wahrheit nicht? Warum werden Wahrnehmungen sofort in Schubladen abgetan und das Wesentliche wird verdrängt?
Bei mir hat in der letzten Woche meine Zukunft neu begonnen. Der Kosmos – Theater des Lebens – Visionen aus dem Nichts – haben mich vieles in Frage stellen lassen. So langsam trete ich aus den Momenten der letzten Tage im Theater HAU Berlin, den Begegnungen mit Wunderbaum, Touki Delphine und Caroline heraus. Ganz zielstrebig und bewusst gehe ich über eine neu gebaute Brücke in meine eigene Substanz, bediene mich meiner unerschöpflichen Feinstofflichkeit. Ein undefiniertes Nichts hat mich abgeholt um meine Kunst zu leben, fernab des Gefallens, ausschließlich der Selbstbefriedigung meiner Gefühle, meiner Persönlichkeit dienend.
Vom Nichts kommen, in künstlich erschaffene Welten eintreten, separiert von Regeln. Neue Verbindungen eingehen, kommen und gehen. Aus einem Vakuum in eine Vision gehen, in einen Hauch von Verrücktheit – um ganz bei dem zu sein, was die Individualität ausmacht. Dem Leben seine authentischen Szenen geben. Denn Leben ist Theater – mit einer eigenen Bühne. Leben kommt und geht, dazwischen ist unser eigenes Kommen und Gehen. Wir sind Schauspieler, Regisseur und Produzent.
Wie viele verschiedene Menschen leben in jedem von uns? Warum werden so viele Lebensmomente ausgeschlossen weil sie vielleicht nicht in das Gesellschaftsbild passen. Atmen Sie ihren eigenen Rhythmus und lassen Sie Ihre eigene Sicht zu. Leben ist mehr als eine Idee. Treten Sie heraus aus der Vision und geben Sie sich einen neuen Blick. Schenken Sie sich mehr Offenheit!
Herzlichst Ihre Sylvia Voegele-Kopp